5:0 für Reitschule Bern

Irgendwie scheint dem Rechtsaussen Erich Hess trotz wiederholter anderweitiger Beteuerung das Wesen der Demokratie fremd zu sein. Kaum ist sein Vorstoss zur Plattmachung eines wichtigen Elements der Berner Kultur gescheitert, notabene schon der fünfte Anlauf um die Reitschule dichtzumachen, spricht er sich dafür aus, auf höherer Ebene gleichermassen weiterzumachen.

Lieber Erich

Es mag sein, dass in der Stadt Bern die Mehrheit nicht gleich denkt wie du – persönlich finde ich dies jedoch äusserst positiv. Gleichzeitig finde ich auch, dass die Berner Reitschule eine Berner Angelegenheit ist und auf Kantonsebene nichts zu suchen hat. Sollte du tatsächlich vertieft über eine kantonale Abstimmung nachdenken, so hoffe ich, dass du dich zuvor mit dem Bund der Steuerzahler besprichst, zu dieser Bande Organisation solltest du ja besten Zugang haben.

Ich wünsche dir ein entspannteres Akzeptieren von Dingen die du nicht verstehst, einen besseren Zugang zur Kultur, und in Zukunft auch etwas Besseres zu rauchen.

Lieber Gruss
Andreas

P.S. Ich hab mich gefreut über deine Bezeichnung der Reitschule als „Rechtsfreier Raum“ – Ich orientiere mich jeweils an solchen Schlagworten um eine Situation klarer einschätzen zu können.

P.P.S: Sollte eine kantonale Abstimmung kommen, könnte ich auch abstimmen. Bisher hab ich nur wenige Abstimmungen verpasst (eine, um genau zu sein) – es sind solche Spezies wie du, welche mich an die Wahlurne treiben.

Politische Subkultur

Ich bin gerade fasziniert, wie das grafische Mittel der Sprühschablone in Deutschland von der Politik aufgegriffen wird – schön zu sehen in einem Bild auf Flickr: Bundesparteitag der SPD am 14.06.2009.
Da wird offensichtlich eine Bildsprache, welche aus den Protesten gegen Zensursula und Stasi 2.0 kommt von einer grossen Partei nachgeahmt.

Im Artikel zum Thema Subkultur hatte ich geschrieben: Der Kontext spielt bei der Dekodierung der Botschaft eine bedeutende Rolle: Ein den Graffiti entlehntes grafisches Zeichen auf einer Müslipackung ist weder aufregend noch gefährlich oder subversiv und mit der Authentizität ist es auch nicht weit her.

Ich hätte nicht gedacht, dass diese Aussagen so zeitnah und so genau passen würde. Nun ja, gefährlich könnte das ganze schon werden, aber nur für die Bürgerrechte.

Update: Das mit den Bürgerrechten hat sich jetzt ja wohl erledigt.

Gruss
Andreas