100km von Biel

Gestern fand wiedermal der 100km Lauf von Biel statt. Sportfotografie ist an sich nicht so mein Ding. Dies gilt weitgehend auch für Sport, ich gehöre da zwar nicht zur Gegenerschaft, aber das Interesse ist ansonsten eben auch nicht gerade gross. Am ehesten kann ich mich noch für Laufsport erwärmen.

Wie auch immer, ich hatte in den vergangenen 10 Jahren ein paar mal den Versuch unternommen, dem Lauf fotografisch etwas abzugewinnen, aber es lief praktisch immer darauf hinaus, dass ich zuhause auf der Speicherkarte zwar jede Menge grafischer Details fand, vom eigentlichen Lauf aber nicht viel zu sehen war. Irgendwie funktioniert in mir ein fotografischer Automatismus, welcher sich keinen Deut um meine eigentlichen Absichten schert.

Diesmal hatte ich also vor, das aussichtslose Unterfangen der Fotografie sein zu lassen und dem Event einfach so beizuwohnen. Aus dem Hause ging ich dementsprechend  völlig unterequipiert, wie man so schön sagt, nur die Immerdabei-Fuji X-E2 mit einem 23mm/1,4 Objektiv (dies entspricht etwa 35mm für das Kleinbildformat). Eine leichtes Weitwinkelobjektiv, kein Tele, für Sport sichtlich ungeeignet.

Nach Hause trug ich dieses Bild:

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Eigentlich dachte ich zuerst, ich würde noch den Blitz zuschalten um zur Bewegunsgunschärfe ein scharfes Kernbild überlagert zu kriegen, aber dann sah ich die Schatten. Wäre ich weiter vorne gewesen, wären die Schatten nach hinten gefallen, wäre ich weiter hinten gewesen wären sie nur noch schwach ausgeprägt gewesen und ein Blitz hätte sie aufgehellt und deren grafische Wirkung zerstört. Die Läufer haben jetzt etwas Bewegungsunschärfe, aber ich finde, dass dürfen sie auch. Zudem: Ich denke auch, dass die Läufer einen frontalen Blitz nicht besonders schätzen würden, die Sache hat also auch so ihre Richtigkeit.
Das Bild basiert weitgehend auf Farbvariationen von Blau und Gelb, selbst  in der Fassade rechts finden sich diese Farben. Die Stimmung ist derart in meinen Augen eigentlich ganz gut wiedergegeben.

Beim Thema Bildgestaltung gehe ich jeweils davon aus, dass der Fotograf eine Idee hat und er diese dann umsetzt. Vielleicht ist es auch andersrum, Ideen klopfen bei Fotografen an, welche aus ihrer Sicht gerade nichts anderes zu tun haben und bitten um Realisation.

Gruss
Andreas