Urheberrecht und Copyright, Teil III

Link: Teil 2

Der Kopierfritze ist also angeschrieben und die Sache nimmt ihren Verlauf, warten ist jetzt angesagt, warten auf eine Antwort oder dass ansonsten etwas geschieht. Vorerst tut sich nichts.

Ich versetze mich in seine Person hinein. Er wird zuerst vielleicht überrascht sein, eventuell kurz auch verärgert, aber er muss jetzt seinerseits überlegen wie er vorgeht. Alles abstreiten, die Seite löschen, das Anschreiben ignorieren? Der Möglichkeiten sind viele. Er wird sicher auch eine Einschätzung meiner Person vornehmen. Geben wir ihm also etwas Zeit.

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Urheberrecht und Copyright, Teil I

Ein paar selektierte Gedanken zum Thema Urheberrecht und Copyright.

Ein wichtiges Stichwort zum Thema ist der Raubkopierer. Auf den ersten Blick mag dieser Begriff etwas tendenziös erscheinen. Sieht man sich im Web nach diesem Begriff um erkennt man, dass er oft im Umfeld von anderen Begriffen wie zum Beispiel Kinderschänder oder Terroristen steht. Erst jetzt vermag man den wahren Geist des Begriffs zu erkennen, Raubkopierer scheint in der Tat also eine eher noch verharmlosende Bezeichnung für das Übel zu sein, der geeignetere Begriff ist ganz klar Raubmordkopierer. Jetzt ist auch klar, darauf kann es nur eine Antwort geben: Rübe ab.
Sollte an dieser Argumentation Zweifel bestehen so kann ich beruhigen, die Kulturindustrie beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema, da sind Juristen am Werk und die sehen das auch so, die Sache hat also bestimmt ihre Richtigkeit. Continue reading

10+1 Thesen zum Japanisch lernen…

Ein paar Thesen zum Thema Japanisch lernen:

  • Es gibt keinen spezifischen Grund Japanisch zu lernen. Ein Grund ist dazu auch nicht notwendig.
  • Ergo besteht auch keine Gefahr sollte das Unterfangen etwas länger dauern.
  • Jeder Japanischkurs an einer Volkshochschule hat eine begrenzte Dauer, man kann also einfach mal anfangen ohne sich zu irgendetwas verpflichtet zu fühlen.
  • Erfahrungsgemäss mindert sich die Anzahl Schüler bereits während dem ersten Kurs, es besteht keine übergrosse Gefahr unpersönlicher Grossklassen.
  • Man bleibt ganz einfach dran indem man sich für alle weiterführenden Kurse den Aufwand spart sich abzumelden.
  • Japanisch ist ganz einfach, keine Artikel, nur Gegenwart und Vergangenheit und die Aussprache ist für uns sehr einfach (im Gegensatz zu Chinesisch).
  • Es mag eventuell ein paar andere Schwierigkeiten geben, um zu Beginnen ist es ein guter Ansatz, sich dazu keine Gedanken zu machen.
  • Es gibt verschiedene Abweichungen von unseren Sprachgewohnheiten, zum Beispiel die unterschiedlichen Höflichkeitsstufen, Frauen und Männer sprechen teilweise unterschiedlich.
  • Eine Sprache bestimmt in weiten Teilen auch die Denkmuster. Eine neue Sprache kann also auch eine neue Art zu denken sein.
  • Die Schrift sollte man zeichenweise zelebrieren – das hilft vorallem über die Anfangszeit hinweg. Am besten bestimmen sie ein Zeichen als ihr Lieblingszeichen, als das ästhetischte von allen, meines ist: 春 (haru, jap Frühling).
  • Spätestens nach zwei Jahren sollte man lernen, wie man Sushi macht.

Gruss
Andreas

P.S. Welche Sprache ist die schwerste? Was dieser Artikel behauptet ist sicher ganz falsch, nach nur 6 Jahren Unterricht habe ich bereits eine Ahnung, wie man sich begrüssen könnte.

It will mean great exposure for you

Vor ein paar Tagen war ich auf dpreview auf den Artikel Classic lines when clients want you to work for free gestossen – welcher sich wiederum auf folgenden Blogeintrag bezog: Clients to run away from: Know from their pick-up lines!

Beim Inhalt der Artikel handelt es sich im wesentlichen um die Argumentation, mit welcher man sie zu Gratis-Kreativ-Arbeit bewegen will, zusammengefasst:

  • It will mean great exposure for you.
  • If you don’t want to do it for free, I know other photographers who will.
  • We could just find a stock photo if you’re not interested.
  • My cousin has a DSLR and I think I can get him to do it, if you don’t want to.
  • If all goes well, it could lead to paid opportunities with our company.

Ich hab dann jeweils auch die Kommentare unter den Artikeln gelesen – die Meinung ist einstimmig: Geht gar nicht! Weitgehend stimme ich auch überein mit dem was dazu geschrieben wurde, es sind natürlich auch alles Profis, welche dort kommentieren. Im Hintergrund nagt aber das Gefühl, die Diskussion sei einseitig und vor allem etwas gar schwarz-weiss.

Ich gestehe, ich hab auch schon gratis gearbeitet. Für Freunde habe ich Hochzeiten fotografiert, das war jeweils mein Hochzeitsgeschenk – Film und Abzüge erhielt ich jeweils bezahlt. Hier habe ich ganz klar einem Profi den Job weggenommen. Der Kunde hat seinen Vorteil bezahlt mit der Unsicherheit bezüglich dem Resultat. Hat der Profi hier Anspruch auf eine professionelle Arbeit durch ihn?
Andererseits habe ich das Fotografieren einer Hochzeit auch schon einmal abgelehnt. Zum Grund für diese eine Ablehnung werde ich noch kommen.

Eine andere Frage lautet: Wer fragt nach der Gratisdienstleistung? Gegebenenfalls, sie arbeiten in einem Büro, sind aber nebenbei ein talentierter Hobbyfotograf mit grosszügig bemessener bis übergewichtiger Ausrüstung. Jetzt kommt ihr Arbeitgeber auf sie zu und möchte Bilder für eine Firmendokumentation. Es scheint naheliegend, dass sie diese machen, die Arbeitszeit ist ja durch den Lohn bezahlt. Da sie im Geschäft Photoshop nicht zur Verfügung haben und der Bildschirm unkalibriert ist (und vermutlich nicht mal kalibrierfähig wäre) werden sie die Bearbeitung zu Hause machen. Und für die Amortisation ihrer Ausrüstung kriegen sie auch nichts, Den A3+ Fotodrucker und dessen Verbrauchsmaterial stellen sie auch gleich noch zur Verfügung. Das Beste was ich diesbezüglich schon gehört hatte war, dass dies alles ja mit dem Geld bezahlt wurde, welches ich bei ihnen verdient hätte.
Hier kommt es meiner Meinung nach darauf an, wie die Grosszügigkeits-Verhältnisse im Geschäft stehen. Gibt es etwas, wofür man sich bedanken kann – oder waren die letzten Qualifikationsgespräche regelmäßig damit zu Ende gegangen, dass man sie lobt für mitbenutzte berufsfremde Skills, aber für Ausbildung oder sinnvolle Kurse besteht leider auch nach 15 Jahren noch kein Budget?

Verwandt mit diesen Fragen nach unbezahlter Leistung sind Ausstellungen: In Restaurants und Spitälern gibt es oft Wechselausstellungen, Bildern von lokalen Künstlern, abwechselnd mit Bildern des jeweiligen Fotoklubs. Hier hängt also nicht die Kunst der Profis und für ihn gibt es entsprechend hier auch nichts zu verdienen. Für den Amateur kann es aber durchaus befriedigend sein, ausstellen zu dürfen. Eigentlich ist dies sogar ein Glücksfall, weil man dann seine Bilder mal aus dem Harddisk befreien und ihnen eine würdigen Rahmen geben muss.

Der Profifotograf hat also viele Bereiche an den Amateur verloren, er macht nicht mehr die Familienreportagen und er ist auch nicht mehr der Berufskünstler, welcher den Raumschmuck herstellt. Passfotos sind kein Geschäftsfeld mehr und Handykameras sind bei Unfällen schneller vor Ort als der lokale Pressefotograf. Wir leben zwar in einer Bilderflut – diese Flut benötigt jedoch keine entsprechende Profifotografenflut. Meines Erachtens ist der Bedarf an qualifizierter Fotografenarbeit jedoch konstant geblieben oder hat sogar zugenommen – nur anteilmässig hat deren Anteil abgenommen.

Die Argumentationen aber, mit welchen man uns Gratisarbeit abschnorren will, bleiben davon ungeachtet gleichermassen unakzeptabel wie sie uns zu Beginn schon erschienen, aber das Feld ist doch etwas weiter.

Was jetzt noch fehlt ist das Hauptargument für die Ablehnung: Es bezieht sich auf das Lockangebote It will mean great exposure for you. Sie haben über lange Jahre an ihren fotografischen Fähigkeiten gearbeitet, haben ihr Equipment in mehreren Itterationsschritten optimiert (und für diesen Wissenszuwachs auch entsprechend bezahlt), zuhause einen Arbeitsplatz eingerichtet und die Bildbearbeitung perfektioniert, jetzt liefern sie die Bilder gratis. Was denken sie, wer wird die restliche Grafik, das Layout, das Webdesign machen wenn für Bilder kein Budget besteht? Vermutlich wird dies das Schulprojekt der Tochter des Abteilungsleiters sein und sie wird bei dieser Gelegenheit auch ihre Bilder nochmals überarbeiten. Am Schluss landen ihre Bilder also auf dieser Webseite, jedermann kann es sehen und sie wünschen sich, dass ihr Name nicht daruntersteht.
Dies ist auch der Grund, weshalb ich ein Hochzeitshooting abgelehnt hatte. Man wollte es mir einfach machen und hatte die Idee, ich würde einfach fotografieren und anschliessend die Speicherkarte abgeben – den Rest würden sie dann übernehmen.

Hier greift einer meiner Lieblingssätze:

Was unterscheidet einen guten Fotografen von einem schlechten Fotografen?
Der gute Fotograf zeigt nie seine schlechten Bilder.

Gruss
Andreas

and now for something completely different …

Dieses Blog war bisher weitgehend monothematisch – Fotografie, oder zumindest in der Nähe davon. Das ist an sich soweit noch nicht schlecht, allerdings tritt manchmal auch der Wunsch auf über etwas anderes zu berichten: Japan (ganz allgemein). Doch wo fängt man an?

Es gibt ein Filmzitat – ich bin mir aber bezüglich des Films nicht mehr 100% sicher – es könnte aus Lost in Translation stammen:

Wer Englisch kann, kann überall hingehen.
Aber er wird überall das gleiche erleben.

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Die 日本人 (Japaner) sind so schlecht zu verstehen – deshalb beginnt man das Thema vorteilhaft mit der Sprache. Im Web gibt es einen sehr sympatischen Podcast um 日本語 (japanisch) zu lernen, den jenigen von Sana-San – er ist gut aufgebaut und geht in wirklich kleinen Episoden vorwärts. Einfach mal reinhören wie sich japanisch anfühlt …

頑張って下さい
じゃまた後で
アンドレアス

Makrofotografie

Ein kurzes Lebenszeichen …

Mein fotografisches Dasein der letzten Zeit war weitgehend dominiert durch das Thema Makrofotografie – allerdings nicht in der Form, dass ich selbst fotografieren würde. Seit Ende 2011 unterrichte ich gelegentlich ein Modul mit ebendiesem Thema am Zentrum Bildung in Baden im Rahmen eines Diplomkurses.

Die Sache ist an sich ganz angenehm, ich halte mich an ein Konzept, welches Ali (Michael) Albat mir vorgeschlagen hatte:

Gib ein Script ab und danach kannst du machen was du willst.

Inzwischen gingen 7 Kurse über die Bühne und ich weiss inzwischen auch etwa wie die Sache abläuft. Makrofotografie ist in meinen Augen ein sehr dankbares Thema, es bietet praktisch für jede Interessenlage Anknüpfpunkte, technisch, handwerklich, gestalterisch, insbesonders auch zum Thema Lichtführung über den Umweg Tabletop. Vorallem letzteres bietet sich direkt an, weil es im kleinen Rahmen der Makrofotografie sehr gut erprobbar ist und viele Motive durchaus duldsam sind, zumindest duldsamer als dies zum Beispiel beim Genre der Reportagefotografie der Fall ist.

Einen Samstag verbringen wir dann jeweils im Botanischen Garten (BoGa) in Bern – wir haben dort genügend Platz, genügend Motive und bei schlechtem Wetter oder im Winter die Möglichkeit, uns in die Häuser zu verziehen. Obwohl ich jeweils kaum dazukomme auch mal ein Bild zu machen, sind derart doch ein paar Bilder entstanden.

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Ein paar Bilder vom BoGa finden sich in der Galerie.
Ach ja, ein paar der Bilder im Kopf dieses Blogs stammen auch von dort.

Gruss
Andreas

Dinge, die man 2013 machen könnte …

Mehr Zeit haben für die eigentliche Tätigkeit des Fotografiens:

  • Mehr Fotografieren und weniger Archivieren.
  • Mehr Bilder bearbeiten und weniger Software einrichten, Updaten und Lizenzen verwalten.
  • Mehr Drucken und weniger Drucker kalibrieren.

Und dann noch etwas sehr viel konkreteres:
Entweder endlich eine Lösung finden wie man in einem Raum fotografieren kann, welcher einerseits Fenster mit einfallendem Tageslicht aufweist, andererseits sowohl von Energiesparlampen als auch von konventionellen Lampen erleuchtet wird. Oder als Alternative meine Fähigkeiten zur stimmungsvollen Schwarz-Weiss-Konvertierung in PS ausbauen …

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)

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Bild: Kursabend in Baden zum Thema Available Light

Gruss
Andreas

Einfacher fotografieren …

Die Ferien sind wieder einmal vorüber, die fotografischen Resultate wollen gesichtet werden. Ich hatte es mir dieses Jahr einfach gemacht mit dem Fotografieren und die mitgeschleppte Fotoausrüstung gegenüber den vorangehenden Jahren (nochmals) stark reduziert: 1 Kamera, 2 Objektive mit fester Brennweite und diesmal kein Stativ.
105mm und 24mm kamen mit, die 105mm als Makroobjektiv mit VR, die 24mm als etwas lichtstärkere Version mit Offenblende 1,4. Das ganze geht prima in einen kleinen Rucksack und kann daher praktisch immer dabei sein. Mit diesen beiden Brennweiten lässt sich ein grosser Motivbereich gut abdecken (vorausgesetzt man kommt an die Sache heran und muss fotografisch keine Distanzen überbrücken), VR und Lichtstärke ermöglichen, auch aus der Hand zu fotografieren wenn zwischendurch nicht Eitel Sonnenschein die Szene beleuchtet.

Zwei Bilder, welche ich mit einem durchschnittlichen Reise-Zoomobjektiv wohl nicht gemacht hätte:

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Zuhause blieb diesmal das 50mm-Objektiv, zu meinem Erstaunen kann man auch ohne diese Linse auskommen.

Gruss
Andreas