100km von Biel

Gestern fand wiedermal der 100km Lauf von Biel statt. Sportfotografie ist an sich nicht so mein Ding. Dies gilt weitgehend auch für Sport, ich gehöre da zwar nicht zur Gegenerschaft, aber das Interesse ist ansonsten eben auch nicht gerade gross. Am ehesten kann ich mich noch für Laufsport erwärmen.

Wie auch immer, ich hatte in den vergangenen 10 Jahren ein paar mal den Versuch unternommen, dem Lauf fotografisch etwas abzugewinnen, aber es lief praktisch immer darauf hinaus, dass ich zuhause auf der Speicherkarte zwar jede Menge grafischer Details fand, vom eigentlichen Lauf aber nicht viel zu sehen war. Irgendwie funktioniert in mir ein fotografischer Automatismus, welcher sich keinen Deut um meine eigentlichen Absichten schert.

Diesmal hatte ich also vor, das aussichtslose Unterfangen der Fotografie sein zu lassen und dem Event einfach so beizuwohnen. Aus dem Hause ging ich dementsprechend  völlig unterequipiert, wie man so schön sagt, nur die Immerdabei-Fuji X-E2 mit einem 23mm/1,4 Objektiv (dies entspricht etwa 35mm für das Kleinbildformat). Eine leichtes Weitwinkelobjektiv, kein Tele, für Sport sichtlich ungeeignet.

Nach Hause trug ich dieses Bild:

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Eigentlich dachte ich zuerst, ich würde noch den Blitz zuschalten um zur Bewegunsgunschärfe ein scharfes Kernbild überlagert zu kriegen, aber dann sah ich die Schatten. Wäre ich weiter vorne gewesen, wären die Schatten nach hinten gefallen, wäre ich weiter hinten gewesen wären sie nur noch schwach ausgeprägt gewesen und ein Blitz hätte sie aufgehellt und deren grafische Wirkung zerstört. Die Läufer haben jetzt etwas Bewegungsunschärfe, aber ich finde, dass dürfen sie auch. Zudem: Ich denke auch, dass die Läufer einen frontalen Blitz nicht besonders schätzen würden, die Sache hat also auch so ihre Richtigkeit.
Das Bild basiert weitgehend auf Farbvariationen von Blau und Gelb, selbst  in der Fassade rechts finden sich diese Farben. Die Stimmung ist derart in meinen Augen eigentlich ganz gut wiedergegeben.

Beim Thema Bildgestaltung gehe ich jeweils davon aus, dass der Fotograf eine Idee hat und er diese dann umsetzt. Vielleicht ist es auch andersrum, Ideen klopfen bei Fotografen an, welche aus ihrer Sicht gerade nichts anderes zu tun haben und bitten um Realisation.

Gruss
Andreas

Back to the roots …

Wellenartig ergeben sich immer wieder Diskussionen zu Kameras – sei es weil man selbst eine neue Kamera möchte und sich entsprechend orientiert, sei es weil neue Kameras vorgestellt werden und neue Möglichkeiten propagiert werden.

“Back to the roots” scheint bei diesen Diskussionen ein wichtiger Aspekt geworden zu sein, allerdings weiss niemand so genau was darunter zu verstehen ist. Es ist wohl mehr ein Gefühl, irgendwas in der Form von Fotografie sei technisch anspruchsvoller geworden. Continue reading

3 Methoden Dias zu “scannen”

Vor nicht all zu langer Zeit wurde auf einer Photowebseite ein Diascanner für 70 Euro vorgestellt, ich vertrat dabei die Meinung, dass dieser insofern evtl ganz tauglich wäre, als man an einen Scan für die anschliessende Darstellung des Bildes im Web kaum hohe Anforderungen stellen müsste. Die meisten Komentatoren sahen dies deutlich anders und taten dies auch kund.
Wie auch immer, in Ermangelung des besagten 70-Euro-Scanners versuchte ich mich interessenshalber an drei anderen Alternativen ein Dia in eine Bilddatei zu wandeln. Es waren dies:

  • Abfotografieren des Dias mit einem Makroobjektiv (Nikon D700, Micro-Nikkor 55mm/2.8, Balgengerät und Filmkopieradapter)
  • Scannen mit eine Flachbettscanner mit Durchlichteinheit (Epson 3170)
  • Scannen mit einem anständigen Diascanner (Nikon Coolscan V ED mit VueScan-Software)

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10 mal Makrofotografie

Vor gut zwei Wochen ging zum zehnten mal das Modul Makrofotografie im Rahmen des Diplomkurses Fotografie im Zentrum Bildung in Baden zu Ende. 10 ist immer eine gute Zahl für ein paar Gedanken.

Man könnte das Gebiet der Makrofotografie aufteilen in die Bereiche “bis 1:1” und “darüber”. Den ersten Bereich erschliesst man sich mit einem Makroobjektiv, etwas Aufmerksamkeit und Üben, für den zweiten Bereich ist es durchaus vorteilhaft ein gewisse Ahnung zu haben was optisch abläuft. Ich bin der Meinung, dass ein Diplomkurs nicht an der gleichen Stelle enden sollte wie die meisten Makroobjektive. Derart betritt also die Optik und damit auch die Physik die Bühne. Der technische Aspekt ist nicht bei allen Teilnehmern gleichermassen beliebt.

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Bild: Mit Stativ und Balgengerät im Botanischen Garten in Bern

Ich möchte auf dem Stoff der vorangehenden Module auf- und ausbauen, nachfolgendes aber noch nicht zu stark vorwegnehmen. Das Thema Makrofotografie wird daher mit einer links-rechts Kombination zu Tabletop ausgebaut und erste Elemente der Lichtführung kommen hinzu. Dazu baue ich das Fotografieren mit Blitz aus dem ersten Modul aus und lege zusätzliches Gewicht auf Lichtstimmungen, respektive auf deren Kontrolle durch den Fotografen. Praktisch geht es über den entfesselten Blitz zu den Begriffen Lichtrichtung, Lichtfarbe, Kontraste und Kontrolle von Tonwerten – und über die gezielte Wahrnehmung von Lichtstimmungen auch zur Available Light-Fotografie. So ergibt sich für das Thema also noch einen Ausläufer und das Modul nennt sich dann Makrofotografie und Available Light.

Der Begriff Makrofotografie ist an sich eine technische Eingrenzung der Fotografie, es gibt aber immer auch den thematischen Teil. Viele Teilnehmer bringen einen eigenen Motivbereich mit. Lebensmittelfotografie ist nicht das gleiche wie Schmuckfotografie und auch an Bilder von Vogeleiern für eine ornithologisches Fachbuch werden eigene Vorstellungen geknüpft. Jeder dieser Motivbereiche hat seine Sonderheiten, benötigt eine eigene fotografische Herangehensweise und verlangt nach spezifischen Lösungen.

Der erste Schritt ist die Formulierung einer Idee. Ideen kommen jedoch nicht aus dem Nichts, sie entstehen wenn man sich umschaut, in ein Gebiet hineinwächst und sich inspirieren lässt. Um für Kochrezeptbücher zu fotografieren ist es von Vorteil zu wissen wie die Kochszene tickt. Man kann aber auch schauen wie andere Fotografen an das Thema herangehen. Inspirationsquellen sind daher auch immer Fotobücher.

An die technische Realisation kann man sich dann anhand der Idee durch Beobachten herantasten. Beobachten wiederum bedeutet, zu wissen auf welche Aspekte man sich achten könnte und Herantasten wie dieser Aspekt zu beeinflussen wäre. Die Technik ist zurückgekehrt.
Es gilt also zu improvisieren, lichtführen, kontrollieren, optimieren und nicht zuletzt auch fotografieren. Ein Bild entsteht selten beim ersten Auslösen der Kamera. Dieses Beobachten und Herantasten an ein gutes Bild halte ich für einen wesentlichen Aspekt der Fotografie, er ist technisch und kreativ zugleich, hat jedoch spezifisch mit Makrofotografie nur noch wenig zu tun und ist innerhalb eines gegebenen Zeitrahmens auch am schwersten zu “unterrichten”.

Gruss
Andreas

Fotografieren mit Blitzlicht

Von vielen Amateur-Fotografen wird das (externe) Blitzgerät zumeist nicht gerade geliebt. Man könnte dafür Gründe suchen, die Argumentationsweite würde zumindest die folgenden Punkte enthalten:

  • Meine Kamera hat schon ein eingebautes Blitzgerät.
  • Meine Bilder sollen natürlich aussehen.
  • Heute sind die Kameras so lichtempfindlich, dass sich ein Blitzgerät erübrigt.

Über jeden dieser Punkte liesse sich diskutieren, Überlegungsfehler könnten angeprangert werden, aber ein Annäherung der Standpunkte wäre wohl trotzdem nicht zu erwarten.
Jedoch sind dies auch einfache Antworten, solche, welche dann gegeben werden wenn man die wahren Gründe selbst nicht kennt. Die Abneigung sitzt wohl tiefer.

Es gibt ein Ideal vom Bild ohne Blitz, es ist dies die Idee von perfekten Licht. Bei dieser Available-Light-Fotografie handelt es sich um eine tragende Idee vieler Amateure, sie verleiht ihren Bildern einen Wert, indem diese einen magischen Moment authentisch zeigen. Man könnte geneigt sein zu sagen, es handle sich um eine Lichtversion der Idee des Decisive Moment von Henri Cartier-Bresson. Dass ein Blitzgerät in diesem Theater keine tragende Rolle spielt versteht sich von selbst.
So gesehen hatte ich dies jedoch erst als ich auf der Website von Neil van Niekerk die Verbindung von Available-Light zum Blitzlicht in einem einfachen, schlanken Gedankengang lass:

As photographers we’re always looking for perfect light.
And yet, the quality of available light isn’t always ideal. It is rarely perfect.

Instead of waiting for perfect light, I use what I have …
and add flash to make the best of the situation.

Das ist er also, der mühelose Übergang vom Idealisten (nicht negativ gemeint) zum praktischen Fotografen. Aber ich hab noch einen Teil im Zitat ausgelassen:

But I feel that in using flash wisely, I’m able to enhance or over-ride the available light. With careful use of flash, I am more in control of light, and hence the way my photos will look – than if I had just accepted the existing ambient light.

Use flash wisely – auch das hat er schön gesagt. Dieser Zusatz propagiert gleichermassen das aufmerksame Beachten des Lichts wie dies die Available-Light-Fotografie für sich beansprucht. Neil van Niekerk sagt aber auch, das Bild ist noch nicht fertig und der Fotograf bringt am Werk die entscheidenden und abschliessenden Pinselstriche an – in control of light.

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Vor mehreren Jahren hatte ich einen Artikel zum Thema Blitzlicht auf der Website – beim Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie nahm ich den Artikel aus dem Index. Mit dem damals neuen Kameradisplay eröffneten sich für Blitzlicht Kontroll-Möglichkeiten, welche zuvor die Verwendung von Sofortbildfilm erforderten. Man konnte sich jetzt an das Licht herantasten wo man zuvor blind auf sicher gehen musste, die Fotografie mit Blitzlicht hatte dies stark verändert.

Einer der letzten Artikel die ich für meine Website verfasst hatte war das Thema Available Light. Den Gedanken von Neil habe ich zum Anlass genommen, das Thema Fotografieren mit Blitzlicht nachfolgen zu lassen, respektive wieder aktuell zu machen, irgendwie scheint mir jetzt, als würde Available Light und Fotografieren mit Blitzlicht zusammengehören.

Gruss
Andreas

It will mean great exposure for you

Vor ein paar Tagen war ich auf dpreview auf den Artikel Classic lines when clients want you to work for free gestossen – welcher sich wiederum auf folgenden Blogeintrag bezog: Clients to run away from: Know from their pick-up lines!

Beim Inhalt der Artikel handelt es sich im wesentlichen um die Argumentation, mit welcher man sie zu Gratis-Kreativ-Arbeit bewegen will, zusammengefasst:

  • It will mean great exposure for you.
  • If you don’t want to do it for free, I know other photographers who will.
  • We could just find a stock photo if you’re not interested.
  • My cousin has a DSLR and I think I can get him to do it, if you don’t want to.
  • If all goes well, it could lead to paid opportunities with our company.

Ich hab dann jeweils auch die Kommentare unter den Artikeln gelesen – die Meinung ist einstimmig: Geht gar nicht! Weitgehend stimme ich auch überein mit dem was dazu geschrieben wurde, es sind natürlich auch alles Profis, welche dort kommentieren. Im Hintergrund nagt aber das Gefühl, die Diskussion sei einseitig und vor allem etwas gar schwarz-weiss.

Ich gestehe, ich hab auch schon gratis gearbeitet. Für Freunde habe ich Hochzeiten fotografiert, das war jeweils mein Hochzeitsgeschenk – Film und Abzüge erhielt ich jeweils bezahlt. Hier habe ich ganz klar einem Profi den Job weggenommen. Der Kunde hat seinen Vorteil bezahlt mit der Unsicherheit bezüglich dem Resultat. Hat der Profi hier Anspruch auf eine professionelle Arbeit durch ihn?
Andererseits habe ich das Fotografieren einer Hochzeit auch schon einmal abgelehnt. Zum Grund für diese eine Ablehnung werde ich noch kommen.

Eine andere Frage lautet: Wer fragt nach der Gratisdienstleistung? Gegebenenfalls, sie arbeiten in einem Büro, sind aber nebenbei ein talentierter Hobbyfotograf mit grosszügig bemessener bis übergewichtiger Ausrüstung. Jetzt kommt ihr Arbeitgeber auf sie zu und möchte Bilder für eine Firmendokumentation. Es scheint naheliegend, dass sie diese machen, die Arbeitszeit ist ja durch den Lohn bezahlt. Da sie im Geschäft Photoshop nicht zur Verfügung haben und der Bildschirm unkalibriert ist (und vermutlich nicht mal kalibrierfähig wäre) werden sie die Bearbeitung zu Hause machen. Und für die Amortisation ihrer Ausrüstung kriegen sie auch nichts, Den A3+ Fotodrucker und dessen Verbrauchsmaterial stellen sie auch gleich noch zur Verfügung. Das Beste was ich diesbezüglich schon gehört hatte war, dass dies alles ja mit dem Geld bezahlt wurde, welches ich bei ihnen verdient hätte.
Hier kommt es meiner Meinung nach darauf an, wie die Grosszügigkeits-Verhältnisse im Geschäft stehen. Gibt es etwas, wofür man sich bedanken kann – oder waren die letzten Qualifikationsgespräche regelmäßig damit zu Ende gegangen, dass man sie lobt für mitbenutzte berufsfremde Skills, aber für Ausbildung oder sinnvolle Kurse besteht leider auch nach 15 Jahren noch kein Budget?

Verwandt mit diesen Fragen nach unbezahlter Leistung sind Ausstellungen: In Restaurants und Spitälern gibt es oft Wechselausstellungen, Bildern von lokalen Künstlern, abwechselnd mit Bildern des jeweiligen Fotoklubs. Hier hängt also nicht die Kunst der Profis und für ihn gibt es entsprechend hier auch nichts zu verdienen. Für den Amateur kann es aber durchaus befriedigend sein, ausstellen zu dürfen. Eigentlich ist dies sogar ein Glücksfall, weil man dann seine Bilder mal aus dem Harddisk befreien und ihnen eine würdigen Rahmen geben muss.

Der Profifotograf hat also viele Bereiche an den Amateur verloren, er macht nicht mehr die Familienreportagen und er ist auch nicht mehr der Berufskünstler, welcher den Raumschmuck herstellt. Passfotos sind kein Geschäftsfeld mehr und Handykameras sind bei Unfällen schneller vor Ort als der lokale Pressefotograf. Wir leben zwar in einer Bilderflut – diese Flut benötigt jedoch keine entsprechende Profifotografenflut. Meines Erachtens ist der Bedarf an qualifizierter Fotografenarbeit jedoch konstant geblieben oder hat sogar zugenommen – nur anteilmässig hat deren Anteil abgenommen.

Die Argumentationen aber, mit welchen man uns Gratisarbeit abschnorren will, bleiben davon ungeachtet gleichermassen unakzeptabel wie sie uns zu Beginn schon erschienen, aber das Feld ist doch etwas weiter.

Was jetzt noch fehlt ist das Hauptargument für die Ablehnung: Es bezieht sich auf das Lockangebote It will mean great exposure for you. Sie haben über lange Jahre an ihren fotografischen Fähigkeiten gearbeitet, haben ihr Equipment in mehreren Itterationsschritten optimiert (und für diesen Wissenszuwachs auch entsprechend bezahlt), zuhause einen Arbeitsplatz eingerichtet und die Bildbearbeitung perfektioniert, jetzt liefern sie die Bilder gratis. Was denken sie, wer wird die restliche Grafik, das Layout, das Webdesign machen wenn für Bilder kein Budget besteht? Vermutlich wird dies das Schulprojekt der Tochter des Abteilungsleiters sein und sie wird bei dieser Gelegenheit auch ihre Bilder nochmals überarbeiten. Am Schluss landen ihre Bilder also auf dieser Webseite, jedermann kann es sehen und sie wünschen sich, dass ihr Name nicht daruntersteht.
Dies ist auch der Grund, weshalb ich ein Hochzeitshooting abgelehnt hatte. Man wollte es mir einfach machen und hatte die Idee, ich würde einfach fotografieren und anschliessend die Speicherkarte abgeben – den Rest würden sie dann übernehmen.

Hier greift einer meiner Lieblingssätze:

Was unterscheidet einen guten Fotografen von einem schlechten Fotografen?
Der gute Fotograf zeigt nie seine schlechten Bilder.

Gruss
Andreas

Makrofotografie

Ein kurzes Lebenszeichen …

Mein fotografisches Dasein der letzten Zeit war weitgehend dominiert durch das Thema Makrofotografie – allerdings nicht in der Form, dass ich selbst fotografieren würde. Seit Ende 2011 unterrichte ich gelegentlich ein Modul mit ebendiesem Thema am Zentrum Bildung in Baden im Rahmen eines Diplomkurses.

Die Sache ist an sich ganz angenehm, ich halte mich an ein Konzept, welches Ali (Michael) Albat mir vorgeschlagen hatte:

Gib ein Script ab und danach kannst du machen was du willst.

Inzwischen gingen 7 Kurse über die Bühne und ich weiss inzwischen auch etwa wie die Sache abläuft. Makrofotografie ist in meinen Augen ein sehr dankbares Thema, es bietet praktisch für jede Interessenlage Anknüpfpunkte, technisch, handwerklich, gestalterisch, insbesonders auch zum Thema Lichtführung über den Umweg Tabletop. Vorallem letzteres bietet sich direkt an, weil es im kleinen Rahmen der Makrofotografie sehr gut erprobbar ist und viele Motive durchaus duldsam sind, zumindest duldsamer als dies zum Beispiel beim Genre der Reportagefotografie der Fall ist.

Einen Samstag verbringen wir dann jeweils im Botanischen Garten (BoGa) in Bern – wir haben dort genügend Platz, genügend Motive und bei schlechtem Wetter oder im Winter die Möglichkeit, uns in die Häuser zu verziehen. Obwohl ich jeweils kaum dazukomme auch mal ein Bild zu machen, sind derart doch ein paar Bilder entstanden.

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Ein paar Bilder vom BoGa finden sich in der Galerie.
Ach ja, ein paar der Bilder im Kopf dieses Blogs stammen auch von dort.

Gruss
Andreas

Dinge, die man 2013 machen könnte …

Mehr Zeit haben für die eigentliche Tätigkeit des Fotografiens:

  • Mehr Fotografieren und weniger Archivieren.
  • Mehr Bilder bearbeiten und weniger Software einrichten, Updaten und Lizenzen verwalten.
  • Mehr Drucken und weniger Drucker kalibrieren.

Und dann noch etwas sehr viel konkreteres:
Entweder endlich eine Lösung finden wie man in einem Raum fotografieren kann, welcher einerseits Fenster mit einfallendem Tageslicht aufweist, andererseits sowohl von Energiesparlampen als auch von konventionellen Lampen erleuchtet wird. Oder als Alternative meine Fähigkeiten zur stimmungsvollen Schwarz-Weiss-Konvertierung in PS ausbauen …

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)

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Bild: Kursabend in Baden zum Thema Available Light

Gruss
Andreas

Einfacher fotografieren …

Die Ferien sind wieder einmal vorüber, die fotografischen Resultate wollen gesichtet werden. Ich hatte es mir dieses Jahr einfach gemacht mit dem Fotografieren und die mitgeschleppte Fotoausrüstung gegenüber den vorangehenden Jahren (nochmals) stark reduziert: 1 Kamera, 2 Objektive mit fester Brennweite und diesmal kein Stativ.
105mm und 24mm kamen mit, die 105mm als Makroobjektiv mit VR, die 24mm als etwas lichtstärkere Version mit Offenblende 1,4. Das ganze geht prima in einen kleinen Rucksack und kann daher praktisch immer dabei sein. Mit diesen beiden Brennweiten lässt sich ein grosser Motivbereich gut abdecken (vorausgesetzt man kommt an die Sache heran und muss fotografisch keine Distanzen überbrücken), VR und Lichtstärke ermöglichen, auch aus der Hand zu fotografieren wenn zwischendurch nicht Eitel Sonnenschein die Szene beleuchtet.

Zwei Bilder, welche ich mit einem durchschnittlichen Reise-Zoomobjektiv wohl nicht gemacht hätte:

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Zuhause blieb diesmal das 50mm-Objektiv, zu meinem Erstaunen kann man auch ohne diese Linse auskommen.

Gruss
Andreas

Was bedeutet eigentlich technischer Fortschritt?

Vermutlich versteht jeder etwas anderes darunter – aber man ist sich wohl einig, dass technischer Fortschritt immer mehr ermöglicht und Produkte besser werden lässt.

Doch besser in welcher Beziehung? Einfacher zu bedienen oder mit weniger Fehlern behaftet, so stellen wir uns das vor.

Bei der Optikentwicklung erlauben Computer das Rechnen von Lichtstrahlen durch eine hohe Anzahl Linsen (Raytracing), – derart können (oder könnten) höchstwertige Objektive gerechnet werden, welche früher aufgrund des nicht verfügbaren Rechenpowers kaum denkbar waren.
Die Sache geht aber auch anders. Es können auch Designs gerechnet werden, welche tendenziel wenig empfindlich auf Montagetoleranzen reagieren, dadurch werden sie zwar nicht besser, sind aber billiger herzustellen, mit weniger qualifiziertem Personal.

Vor ein paar Jahren hatte ich ein 28-70mm/2,8 Zoomobjektiv einer sogenannten Fremdmarke. Es war sicher nicht schlecht für seinen Preis, aber es hatte furchtbare Verzeichnung – geometrische Strukturen waren nur über die Diagonale zu fotografieren, vermutlich kam ich derart zu meinem schrägen Stil und wurde gleichzeitig ein Festbrennweitenfan.

Was mich erstaunt hatte war die Leistung eines uralten Zoomobjektivs. Es war eines der ersten überhaupt erhältlichen Weitwinkelzooms und es hatte erstaunlicherweise praktisch keine Verzeichnung, unabhängig von der Brennweite. Dafür war dieses Objektiv erst ab f8 oder f11 richtig scharf und dies wohl nie bis ganz in die äussersten Ecken. Im Prospekt des Herstellers aus dieser Zeit wurde interessanterweise genau das Gegenteil erzählt, es wurde darauf hingewiesen, dass bei dieser Optik infolge der variablen Brennweite leider mit erhöhter Verzeichnung zu leben sei.

Im Laufe der Zeit wurden vermutlich die Prioritäten anders gesetzt, ein Teil der geringen Verzeichnung wurde geopfert zugunsten der Schärfe – das ist verständlich im Hinblick darauf, das Zoomobjektive gerne aus der Hand Verwendung finden und deshalb nicht in jeder Situation beliebig abblendbar sind. Fotografie findet jetzt kaum noch ab Stativ statt, wurde dadurch in vielen Situationen aber auch einfacher.

Die erste Frage die sich daraus ergibt: Welche Verzeichnug ist noch zulässig? Mein Eindruck ist, dass diese Grenze immer weiter hinausgeschoben wurde – scheinbar ist ein Aufschrei ausgeblieben, respekive viele Fotografen haben sich zurückgeflüchtet zu Festbrennweiten und den anderen wird weiterhin zunehmend mehr zugemutet. Das Zentrum wird forciert, auf Kosten der Ränder. Verzeichnung wird eh schon längst am Computer korrigiert und auch Vignettierung oder Farbsäume lassen sich locker am Computer wegrechnen. Derart hat sich vieles von der Optik auf den Computer verlagert.

Die zuvor gestellte Frage “in welcher Beziehung” bleibt aber noch offen. Ist das Ganze einfacher geworden? Die Tätigkeit der Fotografie hat eine neue Ecke hinzugewonnen, der Systemgedanke ist nicht mehr Kamera und Optik, sondern das ganze Equipment und Software. Die Problemlosigkeit des korrigieren könnens bezahlen wir mit dem Aufwand, dies dann eben auch machen zu müssen.

Gruss
Andreas