Scharfe Fotos
Wo der Esel sich wälzt, da muss er Haare lassen
Sprichwort
Dieser
Artikel handelt grossenteils von Bildschärfe und wie man diese erreicht. Wenn ich mit dem Titel "scharfe
Fotos" jemanden irre geleitet haben sollte, so täte mir dies leid. Die Wünsche dieser anderen
"Schärfe-Fanatiker" werden im Web anderweitig genügend erfüllt.
Zwei Faktoren beeinflussen ihr fotografisches Resultat:
- Zum ersten sicher ihre Fotoausrüstung, dazu lesen sie in Fotozeitschriften auch immer die Optiktests, um zu wissen ob sie mit ihrem Objektiv auf das gewinnende Pferd gesetzt haben.
- Dann wird man nie müde, sie mit Wörtern wie Aussage und Komposition zu bedrängen. Man will ihnen mitteilen, dass der Fotograf angeblich auch einen Einfluss auf das Bild hat.
Lehnen sie sich zurück, entspannen sie sich, dieser Artikel handelt weder vom einen noch vom andern. Er handelt von Handwerk und Sorgfalt, von manuellen Vorgängen, einfach und prägnant, jeder kann sie lernen. Dabei belasse ich Ihnen sogar Ihre Optik, werde sie nicht bedrängen eine bessere zu kaufen, ich bin ja kein Unmensch. Ich sage ihnen aber wie sie ihr Equipment einsetzen könnten um das rauszuholen was drin steckt, und das ist oftmals gar nicht wenig.
Die Fotografische Kette
Jede
Phase im Entstehungsprozess eines Bildes von der Vorbereitung bis zur Betrachtung hat ihren spezifischen Einfluss
auf das Endergebnis. Bei Unzufriedenheit ist die Erkenntnis wichtig, worin das Problem genau besteht resp.
welcher Einfluss ein besseres Resultat verhindert.
Bei Unzufriedenheit erfolgt das Verfahren oft abgekürzt unter Vorwegnahme des Resultats durch den Wunsch nach einer besseren Kamera. Diese kann dann durchaus auch einen Einfluss auf das Bild ausüben, zumeist infolge gesteigerter Motivation. Langfristig wird die Methode jedoch nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Für die meisten Amateure sieht die Fotografische Kette und die entsprechenden Einflussfelder (normalerweise) wie folgt aus:
- Vorbereitung:
Kenntnisse des Motivbereichs: Vermeidung von Überraschungsmomenten und Stressfaktoren,
Verabschiedung von Illusionen.
Equipment-Kenntnisse: Vorbereitung und Mitnahme des geeigneten Equipment. - Aufnahme:
Schärfe und Belichtung, formatfüllend aufnehmen. - Entwicklung:
Digital: Kameraparameter, Datenformat, RAW-Konversion
Analog: Wahl des Entwicklungslabors, bei S/W-Aufnahmen empfiehlt sich Selbstentwicklung. - Selektion:
Vorselektion (Ausmisten, Möglichkeiten offen halten), Übersicht wahren, Archivierung - Vergrösserung:
Digital: Vorbereitung, Wahl von Papier und Tinte.
Analog: Sorgfältige Selbstverarbeitung für Schwarzweissaufnahmen, Wahl von Chemie, Papier und Vergrösserungsoptik. - Präsentation:
Papierbilder: Signatur, Passepartout, Rahmen, Glas, Beleuchtung.
Diapräsentation: Gutes Equipment bei der Diaprojektion (Optik/Leinwand), Rahmung der Dias, Umgebungseinflüsse. - Betrachtung:
Hier zeigt sich das Ergebnis der vorangegangenen Bemühungen, diese bedürfen jetzt keiner Erwähnung mehr. Die Erfahrung zeigt, dass Erklärungen immer dann angebracht werden, wenn zuvor etwas nicht optimal lief und der Fotograf sich im Unterbewusstsein klar ist, dass das Bild nicht zu überzeugen vermag.
... Sie ahnen es, dieser Artikel ist eine richtige Abstellkammer - hier kommt alles rein was sonst nirgends Platz findet. Das ist hoffentlich nicht allzu schlimm. Im besten Fall fördert das Chaos Flexibilität, Toleranz und nicht zuletzt Kreativität sowie vernetztes Denken. Es gibt also wenig Gründe, hier aufzuräumen :-)